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Sexualität

Der Begriff Sexualität (von spätlat.: sexualis; aus lat.: sexus Geschlecht) umfasst die Gesamtheit der im Geschlechtstrieb begründeten Lebensäußerungen, Empfindungen und Verhaltensweisen.

Inhaltsverzeichnis
1 Sexualität bei Tieren und Pflanzen
2 Sexualität beim Menschen
2.1 Gesellschaftliche Normen
2.2 Moralität im westlichen Kulturkreis
2.3 Inzest
3 Literatur
4 Aufklärungs- und Unterhaltungsfilme zum Thema 'Liebe' und 'Sexualität'
5 Verwandte Themen:
5.1 Weitere wichtige Stichworte zum Thema "Sexualität":
6 Weblinks:

Sexualität bei Tieren und Pflanzen

Auch bei Tieren und Pflanzen gibt es Sexualität. Einzeller wie das Pantoffeltierchen betreiben Konjugation als sexuellen Akt. Sogar Bakterien zeigen sexuelle Phänomene, sie entwickeln so genannte F-Pili, durch die sie Teile des Erbguts austauschen, unabhängig von der Vermehrung, die durch Zellteilung erfolgt. Bei Eukaryonten sind sexuelle Vorgänge dagegen meist mit der Fortpflanzung und Vermehrung gekoppelt. Immer kommt es dabei zur Verschmelzung zweier Geschlechtszellen (Gameten), etwa eines Spermiums mit einer Eizelle. Aus der resultierenden Zygote entsteht ein neuer Organismus. Neben dem Hauptziel der Fortpflanzung -- Sexualität dient dem Austausch von Erbinformationen -- hat Sex teils auch soziale Bedeutung, insbesondere bei Primaten wie dem Menschen und den Bonobos.

Sexualität beim Menschen

Beim Menschen ist im Gegensatz zu fast allen Tieren die Sexualität kein reines Instinktverhalten, sondern unterliegt auch dem bewußten Entscheidungsprozess.Menschen drücken ihre sexuella Anziehung zum Anderen durch unterschiedliche Formen und Aspekte aus: Zärtlichkeit, Kuss, Liebe, Erotik, sexuelle Befriedigung, Geschlechtsverkehr.

Gesellschaftliche Normen

Wie jedes Verhalten wird auch das Sexualverhalten kulturell und gesellschaftlich unterschiedlich bewertet.Es gibt allerdinge eine Reihe von sexuellen Verhaltensweisen, die in alle Gesellschaften anzutreffen sind; solche universellen Normen werden nur unter speziellen Riten (Religion) oder gegenüber Menschen, die nicht als Teil der Gesellschaft angesehen werden (Geächtete, Kriegsgegner), aufgehoben.

Universelle sexuelle Verhaltensweisen sind:

  • Geschlechtsverkehr geschieht im Privaten.
  • Vergewaltigung ist geächtet.
  • Inzest zwischen Eltern und Kindern sowie unter Geschwistern ist tabuisiert.

Daneben finden sich von Kultur zu Kultur unterschiedlich bewertete Ausdrucksformen der Sexualität, die sich sowohl auf das Verhalten in der Öffentlichkeit als auch auf das Privatleben beziehen können.Der Ursprung kulturspezifischer Normen in der Regel unbekannt; manchmal wird ein Zusammenhang zur Familienplanung hergestellt.

Differenziert gesehene 'offizielle' sexuelle Verhaltensweisen sind:

  • die Existenz einer formalen Ehe, und damit einhergehend die Beurteilung von Ehebruch
  • die Form der Ehe (Polygamie, Polyamorie, Polyandrie)
  • Sexualität vor oder außerhalb der Ehe
  • Prostitution
  • Das Alter der Ehefähigkeit

Manche Gesellschaften wollen auch die im Privaten stattfindenden Ausdrucksformen des Sexualität lenken, indem etwa

  • Zeiten des Geschlechtsverkehrs oder
  • Ausführungen des Geschlechtsverkehrs
reglementiert werden.

Die Mehrzahl der trraditionellen Gesellschaften lehnte folgende sexuelle Verhaltensformen ab, die dann eventuell im Privatleben stattfinden.Einige dieser Verhaltensweisen werden im westlichen Kulturkreis zunehmend akzeptiert.

  • Selbstbefriedigung (Onanie, Masturbation, Ipsation)
  • Fetischismus
  • Pornografie
  • Gruppensex
  • Bisexualität
  • Homosexualität
  • Amelotatismus
  • Sexualität mit Jugendlichen
  • BDSM in Verbindung mit Sexualität
Weiterhin fast durchweg abgelehnt werden:
  • Sexualität mit Kindern (siehe auch: sexueller Missbrauch von Kindern)
  • Pädophilie
  • Zoophilie
  • Inzest
  • Sadomasochismus (siehe auch Sadismus, Masochismus, BDSM) in extremerer Form ist oft tabuisiert und wird häufig nicht als Teil einer akzeptierten Sexualität, sondern als Devianz betrachtet.

Sexuelle Handlungen gegen den Willen eines Beteiligten (Vergewaltigung, sexuelle Nötigung) sind in allen Gesellschaften und Kulturen geächtet, mit einem Tabu belegt oder strafrechtlich verfolgt. Gleiches gilt für sexuelle Handlungen mit nicht einwilligungsfähigen Partnern wie mit Tieren (siehe Zoophilie, Sodomie), Kindern (sexueller Missbrauch von Kindern). Es gibt immer Gesellschaften, in denen die derartige Verhaltensweisen, etwa die Vergewaltigung von Frauen aus niederen Schichten durch Männer aus höheren Schichten geduldet wird oder straflos erfolgen kann. In Deutschland und Europa gab es in der Vergangenheit das Recht der ersten Nacht des jeweiligen Landesfürsten nach der Hochzeit, was in dieser Allgemeinheit nur mit Gewalt durchsetzbar war.

Moralität im westlichen Kulturkreis

Generell gibt es drei moralische 'Mindestregeln' für die Sexualität, die in weiten Bereichen westlicher Gesellschaften toleriert bzw. akzeptiert sind:

  • Die sexuellen Handlungen werden von den Sexualpartnern einvernehmlich vorgenommen, d.h. jeder Partner stimmt diesen Handlungen in vollem Bewusstsein über die Konsequenzen und in freier Entscheidung (d.h. ohne Zwang) zu Konsensualität.
  • Durch die sexuelle Betätigung sollten keine ungewollten bleibenden körperlichen oder seelischen Schäden hervorgerufen werden.
  • Durch die sexuelle Betätigung sollten nur dann Kinder gezeugt werden, wenn man für sie die Verantwortung bis zur Selbständigkeit zu übernehmen im Stande ist.

Einstellungen zur Sexualität wandeln sich. Einstige Tabus wurden aufgebrochen. In vielen Kulturen der Welt dient Sexualität heute in erster Linie der Befriedigung. Ein Mensch mit einem zufriedenstellenden Sexualleben steigert nach dieser Auffassung seine Lebensqualität.

Inzest

Erhebliche Unterschiede zwischen den Kulturen sind erkennbar in der moralischen Bewertung des Inzest, d.h. Sexualität unter Verwandten 2. Grades (Cousin), während Eltern und Kinder sowie Geschwister nicht untereinander .In bestimmten Gesellschaften wird auch diese Ausprägung der Sexualität tabuisiert, geächtet und strafrechtlich sanktioniert.Kulturübergreifend einheitliche Begründungen existieren nicht.

Kommt es bei Inzest zur Fortpflanzung, nimmt die Variabilität der Gene bei so gezeugten Nachkommen und der Heterosis-Effekt ab während die Homozygotie steigt. Dadurch wird das Risiko des Ausbruchs von heterozygoten Erbkrankheiten bei den Kindern erhöht, gleichzeitig werden aber positive Erbmerkmale propagiert.

In der Natur sind bisweilen Strategien zur Inzestvermeidung zu finden. Bei Pflanzen sind das etwa Blüten, die erst nur Pollen produzieren, und danach zur Bestäubung geeignet sind, oder umgekehrt. Bei Tieren und Menschen ist es der Geruchssinn, der genetisch nahe Verwandte "unangenehm" riechen lässt, und folglich Sex zwischen nahen Verwandten vermeidet (siehe Beitrag bei Quarks).

Literatur

Meyers Lexikonredaktion: Schülerduden Sexualität (1997), ISBN 3411054913
Erwin Haeberle: dtv-Atlas Sexualität (1998), ISBN 3423032359
Ernest Bornemann: Lexikon der Liebe. Materialien zur Sexualwissenschaft. 4 Bde. (1978)
Erwin Haeberle: Die Sexualität des Menschen (1999), ISBN 3110106949
Masters und Johnson: Liebe und Sexualität (1993)
Michael Carrera: Sex. Facts, Acts, Feelings (1981; dt. 1982), ISBN 3550077106
Alex Comfort: Joy of Sex (1972; dt. Freude am Sex, 1976), ISBN 3550077777
Lonnie Barbach: Welche Farbe hat die Lust? Frauen erzählen ihre erotischen Phantasien (1987), ISBN 355007820X
Helen Fisher: Anatomie der Liebe (1993), ISBN 3426266636

Aufklärungs- und Unterhaltungsfilme zum Thema 'Liebe' und 'Sexualität'

Helga (1967; erster Aufklärungsfilm in Deutschland)
Oswalt Kolle: Dein Mann, das unbekannte Wesen (1968)
Woody Allen: Was Sie schon immer über Sex wissen wollten (USA 1972)
Filme von François Truffaut und Eric Rohmer
Mike Nichols: Die Reifeprüfung (USA 1967; mit Dustin Hofmann)
Michel Deville: Die Vorleserin (Frankreich 1988)
Jean-Charles Tacchella: Der kleine Tod der feinen Damen (Frankreich 1990)

Verwandte Themen:

Weitere wichtige Stichworte zum Thema "Sexualität":

Siehe: Wikipedia:Artikel zum Thema Sexualität

Weblinks:

  • http://www.m-ww.de/sexualitaet_fortpflanzung/
  • http://www.m-ww.de/sexualitaet_fortpflanzung/lexikon/index.html
  • http://www.sgipt.org/gipt/sex/aufinf0.htm
  • http://www.online-club.de/~rp10524/index.htm
  • http://www.sexlex24.de/

siehe auch:

» Sexualität» Bisexualität» Realität
» Qualität» Spezialität» Neutralität
» Sinnesqualität» Sonderqualität» Autosexualität
» Homosexualität» Sexual» Letalität
» Suizidalität» Metrosexualität» Transsexualität
» Intersexualität» Sexualpili» Sexualitätsthematik
» Sexualstraftäter» Spezialitäten» Systemqualitäten
» qualitätiv» Sterilität» Stabilität
» Spiritualität» Spectabilität» Sexualdelikte
» Qualitäten» Kausalität» Heterosexualität
» Brutalität» Realitäten» Mentalität
» Aktualität» Schmerzqualitäten» Sexualstraftätern
» Sexualkontakte» Konsensualität» Wasserqualität
» Lebensqualität» Suprafluidität» Kleberqualität
» Sexualdelikten» Schlafqualität» Sexualkontakts
» Sexualtrieb» Generalität» Senibilität
» Sexualpilus» Illegalität» sexualis
» Wissensqualität» Nebenqualitäten» homosexualitaet
medizin