Gift
Als Gift bezeichnet man einen Stoff, der Lebewesen über ihre Stoffwechselvorgänge Schaden zufügen kann.
Der wissenschaftliche Ausdruck für Gift ist Toxin.
| Inhaltsverzeichnis |
1 Überblick 2 Einzelne Gifte 3 Berühmte Vergiftungsfälle 4 Literatur 5 Weblinks |
Überblick
Der durch ein Gift angerichtete Schaden kann in vorübergehender Beeinträchtigung, dauerhafter Beeinträchtigung oder Tod bestehen.
Nicht als Gift werden Lebewesen wie Viren und Bakterien angesehen, die als Krankheitserreger bezeichnet werden. Ebenso gelten Substanzen oder Gegenstände, die ein Lebewesen mechanisch oder über Strahlung schädigen, nicht als Gift.
Die Klassifizierung eines Stoffes als 'giftig' oder 'nicht giftig' ist grundsätzlich schwierig, da es immer auf die in den Stoffwechsel aufgenommene Menge bzw. Konzentration ankommt. So führt etwa Arsen in geringen Mengen zu keinen merkbaren Schäden, während es in höheren Dosen tödlich sein kann. Andere Stoffe, wie etwa Kochsalz können sogar in geringen Dosen für den Stoffwechsel förderlich sein, in hohen Dosen aber trotzdem zu Vergiftungen führen.
Der Grad, in dem ein Stoff giftig ist, wird durch seine Toxizität angegeben.
Die wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Erforschung von Giften, ihrer Wirkung und deren Behandlung beschäftigt, ist die Toxikologie.
Siehe auch: Antidot, Vergiftung
Einzelne Gifte
- Pflanzliche Gifte
- Nikotin aus der Tabakpflanze
- Taxole von der Eibe
- Digitoxin aus dem Fingerhut
- Strychnin aus dem Brechnußbaum
- Coniin aus dem Schierling
- Aconitin aus dem Eisenhut
- Tropan-Alkaloide aus der Tollkirsche, dem Stechapfel, der Engelstrompete oder dem Bilsenkraut
- Rizin aus Rizinus
- Curare
- Pilzgifte
- Amatoxine aus dem Knollenblätterpilz
- Tierische Gifte
- Schlangengift
- Bienengift etc.
- Skorpionsgifte
- Spinnengifte
- Fischgift
- Gift wirbelloser Meerestiere, etwa der Seewespe oder des Blaugeringelten Kraken
- Froschgift
- Chemische Gifte
Berühmte Vergiftungsfälle
- Sokrates starb durch einen Becher Schierlingskraut
- Der bulgarische Journalist und Dissident Georgi Markov wurde 1978 in London vermutlich von Geheimdienstagenten auf offener Straße mit einem Regenschirm angegriffen und in den Oberschenkel gestochen. Die Spitze des Schirms war mit Rizin präpariert worden. Markov starb einige Tage später im Krankenhaus an den Folgen des Giftes.
Literatur
- Weilemann / Kelbel / Reinecke / Ritter-Weilemann: Giftberatung Pflanzen. 2000 ISBN 3-7741-0812-9
- Oliver Sauer, Sacha Weilemann: Drogen – Eigenschaften, Wirkungen, Intoxikationen. ISBN 3-87706-601-1
- L.S. Weilemann, H.J. Reinecke: Notfallmanual Vergiftungen. 1996 ISBN 3-13-102591-3
Weblinks
- Giftnotrufzentralen in Deutschland und weitere Informationen zu giftigen Pflanzen
- Giftinfo.de, Beratungsstelle bei Vergiftungen
- Chemische und biologische Kampfstoffe
- "Giftstoffe" auf Medizin Worldwide



