Vordere Muskeln des Oberschenkels (Extensoren)
1. M. sartorius wird zu Unrecht Schneidermuskel genannt, da nicht er, sondern die oberen Adduktoren beim Schneidersitz besonders beansprucht werden.Der platte, schmale Muskel entspringt an der Spina iliaca anterior superior, verläuft in einer eigenen Loge der Fascia lata in einer Schraubentour nach distal, medial und dorsal um den Oberschenkel, liegt hinter dem Epicondylus medialis femoris und setzt an dermedialen Fläche der Tibia an. Hier beteiligt er sich an der Bildung des Pes anserinus.Wirkung: Er beugt im Hüft- und Kniegelenk, rollt bei Beugung im Kniegelenk den Unterschenkel nach innen und den Oberschenkel nach außen. Nervenversorgung: N. femoralis.
2. M. quadriceps femoris, der vierköpfige Schenkelmuskel, entspringt nur mit seinem langen Kopf, dem Rectus femori s, vom Becken. Die 3 kurzen Köpfe, die Vasti, entspringen vom Oberschenkel und umhüllen ihn vorn und seitlich. Nach distal vereinigen sich die 4 Muskeln zu der einheitlichen Quadrizepssehne, in deren Verlauf die Patella als Sesambein eingeschaltet ist.
a) M. rectus femoris, der gerade Schenkelmuskel, entspringt mit einem geraden Sehnenzug von der Spina iliaca anterior inferior (Tuberculum ilicum) und einem querverlaufenden Sehnenzug vom oberen Rand des Acetabulum. Der doppelt gefiederte Muskel liegt in einer Rille des Vastus intermedius eingebettet und ist bis zum Übergang in die gemeinsame Quadrizepssehne gegenüber den anderen Muskelköpfen relativ selbständig.
b) Der M. vastus medialis entspringt vom distalen Teil der Linea intertrochanterica und vom Labium mediale lineae asperae.
c) Der M. vastus lateralis entspringt von der Basis des Trochanter major und dem Labium laterale lineae asperae.
d) Der M. vastus intermedius entspringt von der Vorderfläche des Femur, unterhalb der Linea intertrochanterica. Die am weitesten distal entspringenden Fasern ziehen selbständig zur Kniegelenkskapsel, spannen sie und verhindern ihre Einklemmung bei der Streckung (M. articularis genus).
Die gemeinsame Endsehne schließt die knorpelfreie Fläche der Patella als Sesambein und Führungsbein ein. Das Sehnenstück von der Patella bis zur Tuberositas tibiae bezeichnen wir fälschlicherweise als Lig. patellae. Schwächere Faserzüge verlaufen auch zu seiten der Patella, zwischen ihr und Seitenbändern des Kniegelenkes über die Kniegelenkskapsel zur Tibia. Sie heißen Retinacula patellae (Reservestreckapparat, akzessorischer Streckapparat). Sie ermöglichen beim Bruch der Patella noch eine gewisse Streckung, wenn sie nicht mit zerrissen sind. Außerdem halten sie die Patella in ihrer Gleitrinne. Ist die Gleitrinne schlecht ausgebildet, so kann es zu habituellen Luxationen der Patella nach außen kommen. Wirkung: Als Strecker im Kniegelenk ist der M. quadriceps für den aufrechten Stand (hier als Haltemuskel) und Gang unentbehrlich. Der M. rectus femoris ist zusätzlich Beuger im Hüftgelenk.
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